TL;DR — Après-Ski-Outfit in Kürze
Der Begriff Après-Ski-Outfit bedeutet zwei verschiedene Dinge: den warmen, praktischen Look für den Hüttenabend und den auffälligen Party-Look im Retro-Stil. Entscheide zuerst, welchen der beiden Abende du vor dir hast — danach richten sich Stoffe, Schuhe und Farben. Warm bleibt beides, wenn du in Lagen arbeitest.
- Hüttenabend: Thermoshirt, Strickpullover, wasserdichte Hose, griffige Stiefel. Alles, was nass wird, bleibt draußen.
- Party: Retro-Skianzug, bunter Norwegerpullover, Stirnband. Hier darf es laut sein — aber eine Lage darunter braucht es trotzdem.
- Schuhe entscheiden den Abend. Profil, wasserdicht, und niemals der Skischuh, in dem du seit acht Stunden stehst.
- Deine Figur bestimmt den Schnitt: dieselbe Daunenjacke wirkt an einer weichen und an einer kantigen Linie völlig unterschiedlich.
- Schnee ist ein riesiger Reflektor. Er hebt jeden Unterton an — deshalb stehen dir in den Bergen andere Farben als in der Stadt.
Inhalt
- Zwei Bedeutungen, zwei Looks
- Der Hüttenabend: warm und trotzdem angezogen
- Das Zwiebelprinzip von innen nach außen
- Von der Piste in die Hütte in zehn Minuten
- Schuhe: wo die meisten Abende kippen
- Das Party-Outfit: Retro ohne Kostüm
- Welcher Schnitt zu deiner Figur passt
- Farben im Schnee: dein Farbtyp im Gebirge
- Für Männer
- Die Packliste für drei Abende
- Sieben Fehler, die man einmal macht
- Häufige Fragen
Après-Ski-Outfit: zwei Bedeutungen, zwei Looks
Wer nach einem Après-Ski-Outfit sucht, landet in zwei völlig verschiedenen Welten. Die eine zeigt Strickpullover, Daunenwesten und gefütterte Stiefel. Die andere zeigt neonfarbene Skianzüge aus den Achtzigern, Stirnbänder und Pullover mit Hirschmotiv. Beide sind richtig — sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.
Das ist keine Erfindung des Internets, sondern steckt im Wort selbst. Der Duden führt für den Begriff zwei Bedeutungen: einmal die sportlich-saloppe Kleidung, die Winterurlauber nach dem Skilaufen tragen, und einmal die Unterhaltung und das Vergnügen nach dem Skitag. Der Begriff stammt aus dem Französischen und heißt schlicht „nach dem Ski". Kleidung und Feier tragen denselben Namen — und genau daraus entsteht die Verwirrung bei der Suche.
Darum beginnt dieser Guide mit einer Frage, die dir sonst niemand stellt: Welchen Abend hast du vor dir?
- Den ruhigen Hüttenabend. Essen, Kaminecke, vielleicht ein Spaziergang über den verschneiten Weg zurück zur Unterkunft. Hier zählen Wärme, trockene Füße und ein Look, in dem du dich auf einem Foto wiedererkennst.
- Den lauten Partyabend. Musik, volle Terrasse, Tanzen auf Bänken. Hier zählt Wiedererkennbarkeit, Bewegungsfreiheit und ein Stoff, dem ein verschütteter Becher nichts ausmacht.
In der Praxis trennen die beiden Après-Ski-Outfits vielleicht drei Kleidungsstücke. Die Basis — Thermolage, warme Hose, gute Schuhe — ist identisch. Was wechselt, ist die oberste Schicht und die Lautstärke der Farben.
Der häufigste Fehler ist nicht der falsche Pullover. Es ist, sich für den Partyabend anzuziehen und dann den ruhigen zu erleben — oder umgekehrt.
Der Hüttenabend: warm und trotzdem angezogen
Der Hüttenabend ist der Normalfall, und er hat eine Eigenheit, die ihn von jedem anderen Anlass unterscheidet: Du wechselst mehrfach zwischen minus zehn Grad draußen und fünfundzwanzig Grad drinnen. Kein einzelnes Kleidungsstück kann beides. Deshalb ist jedes gelungene Après-Ski-Outfit ein System aus Teilen, die du einzeln an- und ausziehen kannst.
Die Oberteile
Ein grober Strickpullover ist hier nicht nur gemütlich, sondern funktional: Die Luft zwischen den Maschen isoliert. Merinowolle hat gegenüber Baumwolle den Vorteil, dass sie auch leicht feucht noch wärmt und kaum Geruch annimmt. Ein Rollkragen schließt die Lücke am Hals, die sonst die meiste Wärme kostet. Welcher Pulloverschnitt zu deiner Figur passt, steht ausführlich im Beitrag Welcher Pullover passt zu meiner Figur.
Die Hose
Eine gefütterte Jeans, eine Thermohose in Cordoptik oder eine warme Wollhose funktionieren alle. Entscheidend ist, dass sie trocken bleibt: Schnee auf der Terrassenbank zieht durch ungefütterte Baumwolle in zwei Minuten. Wer viel draußen sitzt, nimmt eine Hose mit wasserabweisender Ausrüstung. Zur Schnittfrage hilft Welche Hose passt zu meiner Figur.
Die Jacke
Für den Weg zwischen Hütte und Unterkunft reicht meist eine Daunen- oder Steppjacke; die Skijacke bleibt im Zimmer, weil sie meist nass ist und nach Tag riecht. Eine ausführliche Kaufhilfe steht in Welche Winterjacke passt zu mir.
Das Zubehör, das wirklich zählt
Mütze, Schal und Handschuhe wirken wie Nebensachen und entscheiden trotzdem, ob dir der Abend zu kalt wird. Besonders der Hals: Ein breiter Schal oder ein Schlauchschal schließt den Spalt zwischen Jacke und Kinn. Wie du ihn bindest, ohne dass er dich erdrückt, zeigt Schal binden.
Das Zwiebelprinzip von innen nach außen
Das Zwiebelprinzip ist kein Modebegriff, sondern der Grund, warum manche Menschen auf derselben Terrasse frieren und andere nicht. Drei Lagen, jede mit einer einzigen Aufgabe:
- Die Transportlage direkt auf der Haut. Merino oder ein synthetisches Funktionsshirt. Ihre Aufgabe ist nicht Wärme, sondern Feuchtigkeit nach außen zu geben. Baumwolle gehört hier nicht hin: Sie speichert Schweiß und kühlt dich aus, sobald du stehen bleibst.
- Die Isolationslage. Fleece, Strick oder eine dünne Daunenweste. Sie hält die Luft, die dich wärmt. Lieber zwei dünne als eine dicke — zwei lassen sich einzeln regulieren.
- Die Wetterlage. Winddicht und wasserabweisend. Sie muss nicht dick sein. Ihre Aufgabe ist, dass Wind und Nässe die beiden inneren Lagen nicht erreichen.
Warum der Wind so viel ausmacht, zeigt die Windchill-Tabelle des US-amerikanischen National Weather Service: Bei etwa minus 18 Grad Lufttemperatur und rund 24 Kilometern Wind pro Stunde entspricht die gefühlte Temperatur rund minus 28 Grad, und unbedeckte Haut kann innerhalb von 30 Minuten erfrieren. Auf einer Hüttenterrasse werden solche Werte selten erreicht — die Richtung stimmt trotzdem: Der Wind entscheidet stärker als das Thermometer, und eine winddichte äußere Lage ersetzt zwei dicke Pullover.
Das Zwiebelprinzip trägt jedes Après-Ski-Outfit, und es gilt in der Übergangszeit genauso, nur mit anderen Materialien. Wer es grundsätzlich verstehen will, findet es im Beitrag Lagenlook für die Übergangszeit ausführlich erklärt.
Von der Piste in die Hütte in zehn Minuten
Viele Abende scheitern nicht an fehlender Kleidung, sondern daran, dass niemand Zeit zum Umziehen eingeplant hat. Du kommst von der letzten Abfahrt, bist innen feucht, außen verschneit, und die Gruppe will los. Mit einer kleinen Vorbereitung dauert der Wechsel zehn Minuten.
- Tausche die Transportlage. Das feuchte Funktionsshirt kommt weg, ein trockenes kommt an. Dieser eine Schritt macht mehr aus als jedes zusätzliche Kleidungsstück — feuchte Haut kühlt dich den ganzen Abend.
- Tausche die Socken. Skisocken sind nach einem Tag im Schuh durch. Ein frisches Paar ist der zweitgrößte Unterschied.
- Raus aus der Skihose. Sie ist außen nass und innen warm gelaufen; beides ist für einen Innenraum falsch.
- Raus aus den Skischuhen. Dazu gleich mehr — es ist der wichtigste Punkt überhaupt.
- Setze einen Akzent. Ein Schal, Ohrringe, ein Lippenstift. Nach acht Stunden in Helm und Skibrille ist ein einzelner bewusster Griff der Unterschied zwischen „umgezogen" und „angezogen".
Wer in einer Hütte ohne Zimmer übernachtet und den Wechsel im Trockenraum erledigt, packt diese fünf Dinge in einen kleinen Beutel und spart sich das Suchen.
Après-Ski-Schuhe: wo die meisten Abende kippen
Der häufigste Fehler im ganzen Themenfeld hat nichts mit Mode zu tun: Menschen bleiben in ihren Skischuhen. Nach acht Stunden ist das kein Vergnügen mehr, und auf einem glatten Hüttenboden ist eine Skischuhsohle ungefähr so griffig wie eine Eisfläche.
Was stattdessen funktioniert, lässt sich in drei Anforderungen fassen:
- Profil. Der Weg zur Hütte ist festgetretener Schnee, der abends zu Eis wird. Eine glatte Ledersohle ist dort unbrauchbar, auch an einem schönen Stiefel.
- Wasserdicht oder zumindest imprägniert. Schnee schmilzt am warmen Schuh, und nasse Füße sind der schnellste Weg zum Frieren.
- Platz für dicke Socken. Ein Stiefel, der mit dünnen Strümpfen perfekt sitzt, drückt mit Wollsocken — und ein drückender Schuh wird kalt, weil die Durchblutung leidet.
Gefütterte Schnürstiefel, Winterboots mit grober Sohle und die bekannten dicken Moon-Boot-Modelle erfüllen alle drei Punkte. Letztere sind optisch eine Ansage: Sie verkürzen das Bein optisch und wirken an zarten Figuren schnell übermächtig. Wer das ausgleichen will, trägt dazu eine schmale Hose und hält das Oberteil kurz. Welche Schuhform zu deinen Proportionen passt, steht in Welche Schuhe passen zu meiner Figur.
Es gibt keinen Look, der schlechte Schuhe rettet. Aber es gibt sehr einfache Après-Ski-Outfits, die mit den richtigen Stiefeln vollständig wirken.
Das Après-Ski-Party-Outfit: Retro ohne Kostüm
Die zweite Bedeutung des Begriffs: die Feier. Hier ist die Erwartung eine ganz andere — auffällig, bunt, gern mit einem Augenzwinkern. Der Retro-Skianzug in Neonfarben, der Norwegerpullover, das Stirnband, die verspiegelte Brille. Das funktioniert, weil es gemeinsam getragen wird; allein wirkt dasselbe Teil schnell verkleidet.
Drei Stufen, zwischen denen du wählen kannst:
- Der Akzent. Alles bleibt normal, ein Teil ist laut: ein bunter Norwegerpullover, ein Stirnband, bunte Kniestrümpfe. Diese Stufe trägt sich auch beim Abendessen danach noch.
- Der Retro-Look. Ein Vintage-Skianzug oder Overall aus den Achtzigern, dazu schlichte Stiefel. Ein einzelnes starkes Teil, der Rest zurückhaltend.
- Die Gruppenverkleidung. Alle in derselben Richtung — hier geht es nicht mehr um Stil, sondern um den gemeinsamen Auftritt. Völlig legitim, nur sollte man wissen, dass man damit abends festgelegt ist.
Was das Retro-Après-Ski-Outfit von der Verkleidung trennt, ist dasselbe Prinzip wie beim Oktoberfest-Outfit: Ein starkes Stück pro Outfit. Zwei laute Teile heben sich gegenseitig auf, drei ergeben ein Kostüm.
Praktisch bleibt die Party trotzdem ein Winterabend. Auch unter einem Vintage-Anzug gehört eine Thermolage, auch zur Verkleidung gehören feste Schuhe. Und ein Stoff, der Bierflecken verzeiht, ist hier kein Luxus, sondern Erfahrungswissen.
Welches Après-Ski-Outfit zu deiner Figur passt
Hier endet das, was die meisten Ratgeber zum Après-Ski-Outfit sagen, und hier beginnt der Teil, der den Unterschied macht. Winterkleidung trägt auf — das ist ihr Zweck. Deshalb wirkt dasselbe Volumen an verschiedenen Figuren völlig verschieden, und deshalb sieht ein Outfit, das an einer Freundin großartig aussieht, an dir nach Schlafsack aus.
Das Kibbe-System ordnet Körper nach dem Verhältnis von Knochenbau, Fleischigkeit und Gesichtszügen. Für das Après-Ski-Outfit lassen sich daraus vier praktische Richtungen ableiten:
Weiche Linie (Romantic, Soft Natural, Soft Classic)
Rundungen dominieren, der Knochenbau tritt zurück. Steppjacken mit breiten horizontalen Kammern sind hier riskant: Sie addieren Volumen zu vorhandenem Volumen. Besser sind schmale Steppungen oder Strick mit weichem Fall, dazu eine Taillenbetonung — ein Gürtel über der Daunenjacke oder eine Jacke mit Zugband. Materialien dürfen weich sein: Bouclé, Mohair, Teddyfleece.
Gerade und schlanke Linie (Dramatic, Soft Dramatic)
Lange Linien, deutlicher Knochenbau. Hier funktioniert, was an anderen übertrieben wirkt: der lange Mantel über der Hütte, der Oversize-Pullover, der hohe Schaft. Was nicht funktioniert, sind kurze, abgehackte Formen — eine taillenkurze Jacke bricht die Linie, die hier die Stärke ist.
Kurze und kompakte Linie (Gamine, Soft Gamine, Flamboyant Gamine)
Kleinere Statur, kontrastreiche Proportionen. Die große Gefahr im Winter ist, im Stoff zu verschwinden. Die Lösung ist ein klarer Bruch in der Mitte: kurze Jacke zur hohen Hose, oder ein auffälliges Oberteil zu schlichtem Unten. Kleine Muster und bunte Details tragen sich hier besser als an jeder anderen Linie — der Norwegerpullover ist geradezu gemacht dafür. Ergänzend: Styling für kleine Frauen.
Kantige und sportliche Linie (Natural, Flamboyant Natural, Classic, Dramatic Classic)
Breitere Schultern, gerade Linien. Hier sitzt das Après-Ski-Outfit fast von selbst, weil Funktionskleidung dieselbe Sprache spricht. Grober Strick, Shearling, kräftige Sohlen — alles, was Struktur hat. Aufpassen bei zusätzlichem Schulterpolster: Eine Daunenjacke mit ausgestellter Schulter kann die Silhouette zu breit machen.
Wenn du deine Linie noch nicht kennst, ist die kostenlose Kibbe-Analyse online der schnellste Einstieg. Die Systematik dahinter steht in Die 13 Kibbe-Typen erklärt; wer lieber von der Körperform her denkt, beginnt bei Welche Körperform habe ich.
Après-Ski-Farben im Schnee: dein Farbtyp im Gebirge
Im Gebirge gilt eine Besonderheit, die in keiner Stadt auftritt: Schnee ist ein riesiger Reflektor. Das Licht kommt nicht nur von oben, sondern auch von unten ins Gesicht. Dadurch wirken alle Farben heller und klarer als im Innenraum — und jede Fehlentscheidung bei der Temperatur fällt deutlicher auf.
Daraus folgen drei Regeln, die unabhängig vom Farbtyp gelten:
- Die Farbe am Gesicht zählt. Mütze, Schal und Kragen liegen direkt an der Haut und werden vom Schneelicht verstärkt. Die Hose ist nahezu gleichgültig.
- Reinweiß ist in den Bergen besonders schwierig. Vor einer weißen Umgebung fehlt ihm der Kontrast, und am Gesicht wirkt es noch schärfer als sonst.
- Gedeckte Töne gewinnen an Wirkung. Was in der Stadt fast zu leise ist, wirkt im hellen Schneelicht genau richtig.
Kühle Typen: Sommer und Winter
Eisblau, Schiefer, Petrol, kühles Beere, Marineblau und Silbergrau. Der Wintertyp verträgt zusätzlich die klaren, starken Varianten — ein kräftiges Rot oder reines Schwarz an der Jacke. Beim Sommertyp bleiben dieselben Farben besser gedämpft. Vermeiden sollten beide Camel, Rostrot und Senf direkt am Gesicht. Mehr dazu in Sommertyp-Farben und Wintertyp-Farben.
Warme Typen: Frühling und Herbst
Rostrot, Camel, Tannengrün, Kupfer, warmes Creme und Karamell. Der Herbsttyp trägt die tiefen, gedeckten Varianten, der Frühlingstyp die hellen und klaren — ein warmes Korallrot etwa. Schwierig sind hier Eisblau und Reinweiß. Nachzulesen in Herbsttyp-Farben und Frühlingstyp-Farben.
Praktisch heißt das: Die teure Jacke kauft man in der eigenen Farbfamilie, weil sie Jahre bleibt. Beim Partypullover ist die Farbe zweitrangig — er wird einen Abend lang getragen und lebt vom Effekt. Wenn du deinen Farbtyp noch nicht kennst, führt dich Farbtyp bestimmen in vier Schritten dorthin, oder du nutzt direkt den Farbtyp-Test.
Après-Ski-Outfit für Männer
Das Après-Ski-Outfit für Männer wird in Deutschland deutlich seltener gesucht als die Damenvariante, folgt aber denselben Regeln — mit zwei Unterschieden. Erstens ist die Spannbreite enger: Norwegerpullover, Flanellhemd über Thermoshirt, gefütterte Hose, feste Stiefel decken praktisch alles ab. Zweitens ist die Partyvariante hier noch deutlicher auf Kostüm ausgerichtet; Retro-Skianzüge und Trachtenelemente dominieren.
Der Punkt, an dem Männer am häufigsten danebenliegen, ist derselbe wie bei Frauen: der Schuh. Ein Sneaker im Schnee ist weder warm noch sicher. Und auch hier gilt die Regel, dass ein starkes Teil reicht — ein auffälliger Pullover zu schlichter Hose wirkt, ein auffälliger Pullover zu auffälliger Hose wirkt verkleidet.
Die Après-Ski-Packliste für drei Abende
Die folgende Après-Ski-Packliste deckt drei Hüttenabende ab, ohne dass du mehr als einen kleinen Koffer brauchst. Sie setzt voraus, dass Skikleidung getrennt gepackt ist.
| Teil | Anzahl | Warum |
|---|---|---|
| Funktionsshirt langarm | 3 | Eines pro Abend, trocken angezogen |
| Strickpullover | 2 | Einer schlicht, einer mit Muster |
| Warme Hose | 2 | Eine wird am ersten Abend nass |
| Wollsocken | 4 | Das meistunterschätzte Teil im Koffer |
| Winterstiefel mit Profil | 1 | Ein gutes Paar schlägt zwei mittelmäßige |
| Daunen- oder Steppjacke | 1 | Nicht die Skijacke, die ist abends nass |
| Mütze und Schal | je 1 | In deiner Farbfamilie, sie liegen am Gesicht |
| Ein lautes Teil | 1 | Für den Fall, dass es ein Partyabend wird |
Wer die Kofferlogik grundsätzlich aufräumen will, findet sie in Welche Kleidung für den Urlaub.
Sieben Fehler, die man einmal macht
- Baumwolle direkt auf der Haut. Sie saugt Schweiß auf und gibt ihn nicht ab. Sobald du stehen bleibst, kühlst du aus.
- In Skischuhen bleiben. Unbequem, rutschig und der sicherste Weg zu kalten Füßen, weil sie abends innen feucht sind.
- Eine Lage zu viel statt einer Lage mehr. Ein sehr dicker Pullover lässt sich nicht regulieren. Zwei dünne schon.
- Zu enge Stiefel. Wo die Durchblutung stockt, wird es kalt — egal wie gut das Futter ist.
- Drei laute Teile gleichzeitig. Aus einem Partylook wird ein Kostüm, und der Abend ist damit festgelegt.
- Reinweiß am Gesicht. Im reflektierten Schneelicht wirkt es härter als in jedem Innenraum.
- Keine trockene Wechselgarnitur. Der Unterschied zwischen einem schönen und einem langen Abend sind oft nur ein trockenes Shirt und frische Socken.
Häufige Fragen
Was zieht man beim Après-Ski an?
Das hängt davon ab, welchen der beiden Abende du meinst. Für den Hüttenabend: Thermoshirt, Strickpullover, warme und wasserabweisende Hose, gefütterte Stiefel mit Profil, dazu Mütze und Schal. Für die Party: dasselbe als Basis, darüber ein auffälliges Teil wie ein Retro-Skianzug oder ein bunter Norwegerpullover. In beiden Fällen gilt das Zwiebelprinzip, weil du zwischen Kälte draußen und Hitze drinnen wechselst.
Kann ich meine Skikleidung abends anbehalten?
Besser nicht. Skijacke und Skihose sind nach einem Tag auf der Piste außen nass und innen durchgeschwitzt; in einem warmen Innenraum wird beides unangenehm. Wichtiger als die Oberbekleidung ist ohnehin die Lage darunter: ein trockenes Funktionsshirt und frische Socken machen den größten Unterschied.
Welche Schuhe zieht man zum Après-Ski an?
Gefütterte Winterstiefel mit grobem Profil, wasserdicht oder gut imprägniert, mit genug Platz für dicke Wollsocken. Skischuhe sind ungeeignet, weil ihre Sohle auf Hüttenböden rutscht und der Fuß nach acht Stunden eine Pause braucht. Glatte Ledersohlen scheiden auf festgetretenem Schnee ebenfalls aus.
Was ziehe ich zu einer Après-Ski-Party an?
Beim Après-Ski-Party-Outfit gilt: ein starkes Teil, sonst zurückhaltend — ein Vintage-Skianzug, ein bunter Norwegerpullover oder ein Stirnband mit kräftiger Farbe. Zwei laute Teile heben sich gegenseitig auf, drei ergeben eine Verkleidung. Darunter gehört trotzdem eine Thermolage, und an die Füße gehören feste Schuhe — auch eine Party findet bei Minusgraden statt.
Wie warm muss ein Outfit für den Hüttenabend sein?
Warm genug für den Weg, nicht für das Sitzen drinnen. Rechne mit mindestens zwanzig Grad Unterschied zwischen Terrasse und Gaststube. Deshalb arbeitet man in Lagen: Die äußere kommt im Innenraum weg, die mittlere bleibt. Wichtiger als die Dicke ist, dass die äußere Lage winddicht ist — Wind senkt die gefühlte Temperatur stärker als ein paar Grad Lufttemperatur.
Welche Farben passen zu einem Après-Ski-Outfit?
Beim Après-Ski-Outfit zählen am Gesicht die Farben deiner eigenen Farbfamilie, weil Schnee das Licht reflektiert und jede Fehlentscheidung verstärkt. Kühle Typen greifen zu Eisblau, Schiefer, Petrol und Beere, warme Typen zu Rostrot, Camel, Tannengrün und Kupfer. Reinweiß ist in den Bergen besonders schwierig, weil ihm vor der weißen Umgebung der Kontrast fehlt.
Gibt es einen Dresscode für Hütten?
Keinen formellen. Erwartet wird sportlich-saloppe Kleidung, also genau das, was der Begriff ursprünglich bezeichnet. Hochhackige Schuhe, dünne Stoffe und empfindliche Materialien sind nicht verboten, aber unpraktisch: Holzböden, Schnee an den Sohlen und enge Bänke sprechen dagegen. In gehobeneren Berghotels darf es abends eine Spur eleganter sein — ein Strickkleid mit blickdichter Strumpfhose und flachen Stiefeln ist dort nie falsch.
Was ziehe ich an, wenn ich gar nicht Ski fahre?
Genau dasselbe. Der Abend in der Hütte funktioniert unabhängig davon, wie du dorthin gekommen bist, und du hast sogar einen Vorteil: Du bist nicht durchgeschwitzt und sparst dir den Wechsel. Setz das Budget dann lieber in gute Stiefel und eine warme Jacke als in Skikleidung, die du nie brauchst.
Wie viel kostet ein brauchbares Après-Ski-Outfit?
Das lässt sich nicht seriös beziffern, weil die Preise je nach Marke und Material weit auseinanderliegen. Sinnvoll ist eine andere Aufteilung: Stiefel und Jacke sind die beiden Teile, bei denen sich Qualität über Jahre auszahlt. Pullover, Mütze und Partyteile dürfen günstig sein — sie werden selten und kurz getragen.