TL;DR — Welcher Gürtel passt zu mir?

  • Ein passender Gürtel hängt von drei Variablen ab: Höhe (wo er sitzt), Breite (wie viel Fläche er deckt) und Linie (Schnalle und Material).
  • Die Grundregel: Ein Gürtel setzt eine Querlinie und betont die Stelle, auf der er sitzt. Er gehört an eine Stelle, die du zeigen willst, meistens die schmalste Stelle des Oberkörpers.
  • Kurzer Oberkörper: schmale Gürtel bis etwa 2 cm. Langer Oberkörper: breite Gürtel ab 4 cm, die den Abstand zur Brust füllen.
  • Sanduhr und Birne tragen den Gürtel auf der Taille, Apfel knapp darüber oder offen unter dem Blazer, Rechteck nutzt ihn, um eine Taille zu formen.
  • Die Gürtelgröße entspricht dem Bundmaß: gemessen von der Dornspitze bis zum mittleren Loch. Ist nur die Gesamtlänge angegeben, gilt laut Faustformel: Gesamtlänge minus 15 cm.

Welcher Gürtel passt zu mir? Das entscheiden drei Dinge: auf welcher Höhe der Gürtel sitzt, wie breit er ist und welche Linie Schnalle und Material zeigen. Ein Gürtel betont immer die Stelle, auf der er liegt. Setze ihn deshalb an eine Stelle, die du zeigen willst, und wähle die Breite passend zur Länge deines Oberkörpers.

Die meisten Ratgeber zu Gürteln stammen von Lederwaren-Shops und kennen genau eine Faustregel: kleine Frau, schmaler Gürtel, große Frau, breiter Gürtel. Das ist nicht falsch, erklärt aber nicht, warum derselbe Taillengürtel an zwei gleich großen Frauen völlig anders wirkt. Der Grund liegt in der Oberkörperlänge, der Höhe, auf der der Gürtel sitzt, und in der Körperlinie. Genau darum geht es hier.

Inhalt

  1. Gürtelarten im Überblick
  2. Die Grundregel: Wo der Gürtel sitzt
  3. Welcher Gürtel passt zu mir nach Figur?
  4. Gürtelbreite nach Oberkörper und Größe
  5. Schnalle und Material nach Körperlinie
  6. Gürtelfarbe: Kontrast, Schuhe und Farbtyp
  7. Gürtel zu Kleid, Hose, Blazer und Mantel
  8. Gürtelgröße richtig messen
  9. Leder, Chrom(VI) und Pflege
  10. In 5 Schritten zum passenden Gürtel
  11. FAQ — Häufige Fragen
  12. Nächste Schritte

Gürtelarten im Überblick

Ein Gürtel ist laut Wikipedia ein um die Körpermitte getragenes Band oder Geflecht. Er hält Hose oder Rock, schmückt und gliedert die Silhouette. Schon Steinskulpturen der ausgehenden Jungsteinzeit zeigen Gürtel, Gürtelschlaufen an Hosen setzten sich dagegen erst nach 1900 durch. Für die Frage, was dir steht, zählen heute drei Eigenschaften: Breite, Form und die Höhe, auf der ein Gürtel getragen wird.

GürtelartBreiteSitzt aufWirkungPasst besonders zu
Schmaler Gürtelbis ca. 2 cmTaille oder Unterbrustfein, zeichnet eine leichte Liniekurzer Oberkörper, zierlicher Knochenbau, Kleider
Klassischer Hosengürtelca. 2,5 bis 3,5 cmHosenbundruhig, alltagstauglichJeans, Stoffhosen, Business
Breiter Taillengürtelab ca. 4 cmnatürliche Taillestark, formt eine Taillelanger Oberkörper, Mantel, Strickkleid
Korsagengürtelca. 8 cm und mehrnatürliche Taillesehr stark, geformtlanger Oberkörper, schlichte Kleider
HüftgürtelvariabelHüftelässig, verlängert den Oberkörperkurzer Oberkörper, schmale Hüften
BindegürtelvariabelTailleweich, organischWickelkleid, Mantel, weiche Körperlinie
Flecht- oder Kettengürtelschmal bis mittelTaille oder Hüftestrukturiert, lässig oder verspieltSommerkleid, Boho, Freizeit

Die Zentimeterangaben sind Richtwerte aus dem Handel, keine Norm. Entscheidend ist, wie die Breite im Verhältnis zu deinem Körper wirkt. Ein 4 cm breiter Gürtel ist an einer Frau mit langem Oberkörper ein ruhiges Detail, an einer Frau mit kurzem Oberkörper füllt er schon die halbe Strecke zwischen Brust und Taille.

Die Grundregel: Wo der Gürtel sitzt

Ein Gürtel ist eine Querlinie. Jede Querlinie lenkt den Blick auf die Höhe, auf der sie liegt, und teilt den Körper in ein Oben und ein Unten. Daraus folgen zwei Wirkungen: Der Gürtel betont die Stelle, an der er sitzt, und er verschiebt die Proportion zwischen Oberkörper und Beinen.

Drei Frauen im ärmellosen Kleid mit gestrichelter Linie auf Höhe der natürlichen Taille: links ein schmaler Gürtel hoch direkt unter der Brust, in der Mitte ein mittelbreiter Gürtel genau auf der Taille, rechts ein Gürtel tief auf der Hüfte
Hoch, Taille, Hüfte: Je höher der Gürtel, desto länger wirken die Beine, je tiefer, desto länger der Oberkörper.

Ein Gürtel betont genau die Stelle, auf der er sitzt. Setze ihn dorthin, wo du gesehen werden willst.

Hoch, direkt unter der Brust

Ein hoch getragener Gürtel sitzt an der Unterbrust, wie bei einem Empire-Kleid. Er verlängert das Bein optisch deutlich und lässt den Stoff darunter frei fallen. Das ist die ruhigste Lösung, wenn die Körpermitte keine Taille zeigt oder du den Bauch nicht betonen willst.

Auf der natürlichen Taille

Die natürliche Taille ist die schmalste Stelle des Oberkörpers, meist zwei bis drei Fingerbreit über dem Bauchnabel. Ein Gürtel dort zeigt die Taille am deutlichsten und gliedert die Figur klassisch in zwei Teile. Er wirkt am besten, wenn die Taille sichtbar schmaler ist als Brust und Hüfte.

Tief auf der Hüfte

Ein Hüftgürtel verlängert den Oberkörper und verkürzt das Bein. Er setzt eine Querlinie auf die Hüfte und lenkt den Blick dorthin. Das passt zu Frauen mit kurzem Oberkörper und schmalen Hüften. Bei breiteren Hüften betont er genau die Stelle, die man oft eher ausgleichen möchte.

Ein schneller Test vor dem Spiegel: Lege einen Gürtel lose um und schiebe ihn langsam von der Unterbrust bis zur Hüfte. Achte darauf, an welcher Stelle deine Silhouette am klarsten wirkt und die Beine nicht kürzer werden. Diese Höhe ist deine Gürtelhöhe für Kleider und Mäntel.

Welcher Gürtel passt zu mir nach Figur?

Die Körperform beschreibt das Verhältnis von Schultern, Taille und Hüfte. Sie bestimmt, auf welcher Höhe ein Gürtel die Silhouette ausgleicht, statt ein Ungleichgewicht zu verstärken. Wie du deine Form bestimmst, erklärt der Guide Welche Körperform habe ich?.

KörperformZielGürtelhöheBreite und FormEher meiden
Sanduhr (X)Taille zeigennatürliche Taillemittel bis breit, auch BindegürtelHüftgürtel, die die Taille verstecken
Birne (A)oben betonen, Hüfte beruhigenTaille oder knapp darüberschmal bis mittel, dezente SchnalleHüftgürtel, auffällige Schnallen auf Hüfthöhe
Apfel (O)vertikale Linie betonenhoch unter der Brust oder offen unter dem Blazerschmal, ton in tonbreite Gürtel direkt über dem Bauch
Rechteck (H)Taille formenTaillebreit, Korsagen- oder Bindegürtel über weichem Stoffsehr schmale, straffe Gürtel auf geradem Stoff
V-FormHüfte betonenTaille oder Hüftemittel bis breit, auch Hüftgürtelsehr hohe Gürtel direkt unter breiten Schultern

Gürtel bei Bauch

Bei einem Bauch ist die Frage nicht, ob ein Gürtel geht, sondern wo. Ein breiter Gürtel direkt über dem Bauch setzt die Querlinie an die breiteste Stelle. Besser wirkt ein schmaler Gürtel knapp unter der Brust oder ein Gürtel, der unter einem offenen Blazer oder Cardigan nur vorne sichtbar ist. So entsteht zwischen den Jackenkanten eine senkrechte Linie, und der Gürtel gliedert nur die Mitte. Mehr zu diesem Prinzip steht im Guide Optisch schlanker wirken.

Gürtel bei gerader Figur

Bei einer geraden Figur formt der Gürtel eine Taille, die der Körper nicht deutlich vorgibt. Das funktioniert am besten mit einem breiten, weichen Gürtel über fließendem Stoff, der sich unter dem Gürtel leicht rafft. Auf steifem Stoff zieht ein enger Gürtel dagegen nur Falten, ohne eine Taille zu zeigen.

Viele Figuren sind Mischformen. Dann hilft die Grundregel: Setze den Gürtel an die schmalste Stelle zwischen Brust und Hüfte und prüfe, ob die Beine dadurch länger oder kürzer wirken.

Gürtelbreite nach Oberkörper und Größe

Die Gürtelbreite ist die Höhe des Riemens, gemessen von Kante zu Kante. Sie füllt einen Teil der Strecke zwischen Unterbrust und Taille. Wie viel Platz auf dieser Strecke ist, hängt weniger von deiner Körpergröße ab als von der Länge deines Oberkörpers.

Drei Frauen im Kleid mit schwarzem Gürtel auf der Taille: links kurzer Oberkörper mit breitem Gürtel, der bis fast an die Brust reicht, als Fehlgriff, in der Mitte kurzer Oberkörper mit schmalem Gürtel und sichtbarem Abstand zur Brust als Treffer, rechts langer Oberkörper mit breitem Gürtel und genug Abstand als Treffer
Entscheidend ist der Abstand zwischen Unterbrust und Gürtel-Oberkante, nicht die Körpergröße allein.

Kurzer Oberkörper

Ein kurzer Oberkörper hat wenig Abstand zwischen Unterbrust und Taille. Ein breiter Gürtel füllt diese Strecke fast vollständig, und Brust und Gürtel verschmelzen zu einer Fläche. Schmale Gürtel bis etwa 2 cm lassen den Abstand sichtbar. Alternativ trägst du den Gürtel etwas tiefer, dann verlängert er den Oberkörper.

Langer Oberkörper

Ein langer Oberkörper bietet viel Platz. Breite Taillengürtel und Korsagengürtel füllen diese Strecke und gliedern sie. Sehr schmale Gürtel wirken an einem langen Oberkörper leicht verloren, sie teilen ihn aber nicht falsch.

Die Zwei-Finger-Probe

Schließe den Gürtel an der gewünschten Stelle und lege zwei Finger waagerecht zwischen Unterbrust und Gürtel-Oberkante. Passen sie gut dazwischen, verträgt dein Oberkörper diese Breite. Stößt der Gürtel fast an die Brust, wähle einen schmaleren Gürtel oder trage ihn etwas tiefer.

Die Körpergröße spielt zusätzlich eine Rolle, vor allem über den Knochenbau. Sehr zierliche Frauen wirken mit einem breiten Gürtel schnell geteilt, sehr große Frauen mit einem dünnen Riemen schnell unterbrochen. Konkrete Proportionsregeln stehen in den Guides Styling für kleine Frauen und Mode für große Frauen.

Schnalle und Material nach Körperlinie

Die Körperlinie beschreibt, ob dein Körper eher geradlinig oder rund, kantig oder weich, groß oder fein angelegt ist. Sie bestimmt, welche Schnalle und welches Material harmonisch wirken. Die Schnalle ist dabei der auffälligste Teil, weil sie mitten in der Körpermitte sitzt. Die Einordnung folgt dem Kibbe-System, das der Guide Das Kibbe Body Type System verstehen erklärt.

KörperlinieCharakterTypische Gürtel
Dramaticgroß, klar, geometrischglattes Leder, eckige oder grafische Schnallen, gern breit; Soft Dramatic: breite Gürtel mit runder Schnalle
Naturalgroß, organisch, lässigFlechtgürtel, Wildleder, Bindegürtel, matte Metalle
Classicausgewogen, symmetrisch, zeitlosschlichtes Glattleder, mittlere Breite, ovale oder rechteckige Schnalle; Dramatic Classic: klare, flache Schnallen
Gamineklein, grafisch, kontrastreichschmale Gürtel mit kleiner, geometrischer Schnalle, Kontrastfarben
Romanticweich, rund, verziertweiche Bindegürtel, runde oder verzierte Schnallen, feines Leder; Theatrical Romantic: zarte Gürtel mit Schmuckschnalle

Die Schnalle folgt deinem Knochenbau. Eine große Schnalle an einer zierlichen Frau zieht allen Blick in die Mitte, eine kleine Schnalle an einem kräftigen Knochenbau geht unter. Ein grober Vergleich: Halte die Schnalle neben dein Handgelenk. Wirkt sie deutlich breiter als das Handgelenk, ist sie für einen feinen Knochenbau meist zu groß. Die Metallfarbe der Schnalle wählst du wie Schmuck, die Herleitung steht im Guide Schmuck nach Farbtyp.

Gürtelfarbe: Kontrast, Schuhe und Farbtyp

Die Gürtelfarbe bestimmt, wie stark die Querlinie ist. Ein Gürtel im Kontrast zum Outfit setzt eine deutliche Linie, ein Gürtel ton in ton eine leise. Das ist die zweite Stellschraube neben der Breite: Ein breiter Gürtel in der Farbe des Kleids wirkt ruhiger als ein schmaler Gürtel in starkem Kontrast.

  • Kontrast: betont die Taille deutlich. Gut, wenn du die Taille zeigen willst und die Körpermitte die schmalste Stelle ist.
  • Ton in ton: gliedert, ohne zu teilen. Gut bei Bauch, kurzem Oberkörper oder wenn der Gürtel nur Form geben soll.
  • Farbe der Schuhe: Ein Gürtel in der Farbe der Schuhe verbindet oben und unten. Er muss nicht exakt übereinstimmen, sollte aber in derselben Farbfamilie liegen. Wie Schuhe die Figur beeinflussen, zeigt der Guide Welche Schuhe passen zu meiner Figur?.
  • Farbtyp: Warme Typen tragen Cognac, Camel und warmes Braun, kühle Typen Schwarz, Grau, Taupe und kühles Dunkelbraun. Deinen Typ findest du im Guide Welcher Farbtyp bin ich?.

Gürtel zu Kleid, Hose, Blazer und Mantel

Welches Kleidungsstück du gürtest, verändert die Wirkung. Fester Stoff lässt sich weniger formen als fließender, und über einer Jacke sitzt ein Gürtel anders als auf einem Kleid.

Gürtel zum Kleid

Ein Kleid ist der dankbarste Ort für einen Gürtel. Gerade Etui- oder Hemdblusenkleider bekommen mit einem Gürtel eine Taille, fließende Kleider eine klare Mitte. Wähle den Gürtel so, dass er den Stoff leicht rafft, aber nicht spannt. Welches Kleid zu dir passt, klärt der Guide Welches Kleid passt zu meiner Figur?.

Gürtel zu Hose und Jeans

Zur Hose hat der Gürtel zuerst eine praktische Aufgabe. Er sollte locker durch die Schlaufen passen, also etwas schmaler sein als die Gürtelschlaufen hoch sind. Zu einer High-Waist-Hose verlängert ein Gürtel in der Farbe der Hose die Beine, ein Kontrastgürtel teilt stärker. Mehr zu Bundhöhe und Schnitt steht im Guide Welche Hose passt zu meiner Figur?.

Gürtel über Blazer, Strick und Mantel

Ein Gürtel über einem Blazer oder Mantel formt die ganze Silhouette. Das funktioniert, wenn der Stoff weich genug ist und die Jacke nicht zu eng sitzt. Über dicken Mänteln wirkt ein breiter Bindegürtel oder ein Gürtel aus demselben Material am ruhigsten. Welcher Mantel zu dir passt, zeigt der Guide Welcher Mantel passt zu mir?. Im Herbst eignet sich auch ein Strickkleid mit Gürtel, wie der Guide Herbst-Outfit Damen zeigt.

Ein Gürtel über der Jacke formt die ganze Silhouette. Er wirkt nur, wenn der Stoff nachgibt.

Gürtel im Büro

Im Büro und bei formellen Anlässen gilt Zurückhaltung. Ein schlichter Ledergürtel in mittlerer Breite mit ruhiger Schnalle passt zu fast jedem Dresscode. Große Logos und Statement-Schnallen wirken eher lässig. Details zu den einzelnen Codes stehen im Guide Dresscode Damen.

Gürtelgröße richtig messen

Die Gürtelgröße wird üblicherweise als Bundmaß in Zentimetern angegeben. Das Bundmaß ist laut Wikipedia die Länge des Gürtels von der Spitze des Dorns bis zum mittleren Loch. Bei Gürteln ohne Dorn misst man vom Inneren der Schließe bis zum mittleren Loch. Nennt ein Hersteller nur die Gesamtlänge, hilft die Faustformel: Gesamtlänge minus 15 cm ergibt das Bundmaß.

Zwei Schritte zur Gürtelgröße: links eine Frau mit Maßband um die natürliche Taille, rechts ein flach liegender Ledergürtel mit goldener Schnalle und fünf Löchern, ein grüner Pfeil misst von der Dornspitze bis zum mittleren Loch, ein heller Pfeil darunter zeigt die Gesamtlänge
Bundmaß = Dornspitze bis mittleres Loch. Die Gesamtlänge ist etwa 15 cm länger.
  1. Stelle festlegen: Entscheide, wo der Gürtel sitzen soll: auf der Taille, auf dem Hosenbund oder auf der Hüfte.
  2. Genau dort messen: Lege das Maßband über der Kleidung an, die du darunter trägst, locker und waagerecht.
  3. Mit einem Gürtel abgleichen: Hast du einen passenden Gürtel, miss ihn von der Dornspitze bis zu dem Loch, das du nutzt.
  4. Größe wählen: Wähle die Größe, bei der dein Maß auf das mittlere Loch fällt. Liegt dein Maß zwischen zwei Größen, nimm die größere.
  5. Anprobe prüfen: Das Gürtelende sollte bis zur ersten Schlaufe reichen und nicht weit darüber hinausstehen.

Das mittlere Loch ist das Ziel, weil es Spielraum in beide Richtungen lässt. Über einem dicken Pullover oder Mantel brauchst du mehr Länge als auf einem dünnen Kleid. Für einen Gürtel, den du über dem Mantel trägst, misst du deshalb über dem Mantel, nicht auf der Taille.

Ein Taillengürtel und ein Hosengürtel haben bei derselben Frau oft unterschiedliche Größen, weil die Taille schmaler ist als die Stelle, an der der Hosenbund sitzt. Wer beide trägt, misst deshalb zweimal. Das erklärt auch, warum ein Gürtel aus dem Schrank, der an der Jeans gut sitzt, am Kleid plötzlich zu lang wirkt.

Leder, Chrom(VI) und Pflege

Die meisten Gürtel bestehen aus Leder, also gegerbter Tierhaut. Beim Gerben mit Chromsalzen kann sich unter bestimmten Bedingungen Chrom(VI) bilden, das Hautreaktionen auslösen kann. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beschreibt die Rechtslage: Nach REACH, Anhang XVII Eintrag 47, dürfen Ledererzeugnisse mit Hautkontakt nicht verkauft werden, wenn ihr Gehalt an Chrom(VI) 3 mg/kg oder mehr beträgt. Die EU-weite Regel gilt seit Mai 2015 und wurde mit der Verordnung (EU) Nr. 301/2014 eingeführt.

Für die Praxis heißt das: Ein Gürtel liegt meist über Kleidung, berührt aber am Bauch oder bei kurzen Oberteilen auch die Haut. Rötet sich die Haut unter einem Gürtel wiederholt, kann das an der Gerbung oder an der Schnalle liegen. Eine Hautarztpraxis klärt per Test, was dahintersteckt. Alternativen sind pflanzlich gegerbtes Leder, Stoff- oder Flechtgürtel.

Pflege entscheidet, wie lange ein Ledergürtel schön bleibt. Rolle ihn nach dem Tragen locker auf oder hänge ihn an der Schnalle auf, damit er nicht knickt. Glattleder verträgt gelegentlich eine farblose Lederpflege, Wildleder eine weiche Bürste. Wie du Kleidung allgemein länger schön hältst, steht im Guide Kleidung richtig waschen und pflegen.

In 5 Schritten zum passenden Gürtel

Wenn du vor dem Schrank oder im Laden stehst, gehe diese Reihenfolge durch:

  1. Höhe festlegen: Schiebe einen Gürtel zwischen Unterbrust und Hüfte hin und her und finde die Stelle, an der die Silhouette am klarsten wirkt.
  2. Breite prüfen: Mache die Zwei-Finger-Probe zwischen Unterbrust und Gürtel-Oberkante. Passt sie nicht, wähle einen schmaleren Gürtel.
  3. Kontrast wählen: Kontrast für eine deutliche Taille, ton in ton für eine leise Gliederung.
  4. Schnalle abstimmen: Form nach Körperlinie, Größe nach Knochenbau, Metall nach Farbtyp.
  5. Größe messen: An der Stelle messen, an der der Gürtel sitzt, und die Größe wählen, bei der du im mittleren Loch schließt.

Welcher Gürtel passt zu mir, wenn ich nur einen kaufen will? Dann wähle einen Ledergürtel in mittlerer Breite, in einer neutralen Farbe deines Farbtyps und mit einer Schnalle, die zu deiner Körperlinie passt. Er trägt Jeans, Stoffhose und ein schlichtes Kleid. Der zweite Gürtel ergänzt dann, was dir fehlt: ein schmaler für Kleider oder ein breiter für Mäntel.

FAQ — Häufige Fragen

Welcher Gürtel passt zu mir?

Welcher Gürtel zu dir passt, hängt von drei Dingen ab: der Höhe, auf der er sitzt, seiner Breite und der Linie von Schnalle und Material. Setze ihn an die schmalste Stelle zwischen Brust und Hüfte und wähle die Breite passend zu deiner Oberkörperlänge. Die Schnalle richtet sich nach deiner Körperlinie und deinem Knochenbau.

Wie trage ich einen Gürtel richtig?

Einen Gürtel trägst du richtig, wenn er an der Stelle sitzt, die du betonen willst, und nicht spannt. Auf der Taille zeigt er die Figur, hoch unter der Brust verlängert er die Beine, auf der Hüfte den Oberkörper. Schließe ihn im mittleren Loch, dann bleibt Spielraum.

Welcher Gürtel passt bei Bauch?

Bei Bauch passt ein schmaler Gürtel knapp unter der Brust oder ein Gürtel, der unter einem offenen Blazer nur vorne sichtbar ist. Ton in ton wirkt ruhiger als ein Kontrast. Ein breiter Gürtel direkt über dem Bauch setzt die Querlinie an die breiteste Stelle.

Welche Gürtelbreite passt zu kleinen Frauen?

Kleine Frauen tragen meist schmale Gürtel bis etwa 2 cm, weil breite Gürtel den oft kurzen Oberkörper füllen. Entscheidend ist aber die Oberkörperlänge, nicht die Körpergröße allein. Eine kleine Frau mit langem Oberkörper kann auch einen mittelbreiten Gürtel tragen.

Wie messe ich meine Gürtelgröße?

Miss mit einem Maßband genau dort, wo der Gürtel sitzen soll, über der Kleidung, die du darunter trägst. Die Gürtelgröße entspricht dem Bundmaß von der Dornspitze bis zum mittleren Loch. Ist nur die Gesamtlänge angegeben, ziehst du laut Faustformel 15 cm ab.

Muss der Gürtel zu den Schuhen passen?

Er muss nicht exakt gleich sein, sollte aber in derselben Farbfamilie liegen. Ein Gürtel in der Farbe der Schuhe verbindet Ober- und Unterkörper. Bei formellen Anlässen ist die Übereinstimmung wichtiger als im Alltag.

Welcher Gürtel passt zum Kleid?

Zum Kleid passt ein Gürtel, der auf deiner schmalsten Stelle sitzt und dessen Breite zu deiner Oberkörperlänge passt. Zu fließenden Kleidern passen weiche Bindegürtel und schmale Ledergürtel, zu geraden Kleidern mittlere bis breite Gürtel. Der Gürtel sollte den Stoff leicht raffen, aber nicht spannen.

Kann ich einen Gürtel über dem Mantel tragen?

Ja, wenn der Mantelstoff weich genug ist und der Mantel nicht eng sitzt. Breite Bindegürtel oder Gürtel aus Mantelmaterial wirken am ruhigsten. Miss die Gürtelgröße dafür über dem Mantel, nicht auf der Taille.

Gold oder Silber bei der Gürtelschnalle?

Das hängt von deinem Farbtyp ab. Warme Typen tragen Gold oder Messing, kühle Typen Silber oder Gunmetal. Trägst du Schmuck, wirkt es am stimmigsten, wenn Schnalle und Schmuck dieselbe Metallfarbe haben.

Nächste Schritte

Nimm dir beim nächsten Gürtelkauf drei Prüfungen vor: Auf welcher Höhe wirkt deine Silhouette am klarsten, besteht die Zwei-Finger-Probe zwischen Brust und Gürtel und passt die Schnalle zu deinem Knochenbau? Damit findest du Gürtel, die deine Figur gliedern, statt sie zu teilen.

Welche Farben und Metalle dir wirklich stehen, zeigt dir der kostenlose Farbtyp-Test als erste Orientierung. Verbindlich und zusammen mit deiner Körperlinie klärt es eine Farb- und Stilberatung. Und wenn du zwischen zwei Gürteln schwankst, schick mir ein Foto auf WhatsApp. Ich antworte persönlich, meistens noch am selben Tag.